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Textbeispiele aus "Im Auge des Wolfes" PDF Drucken E-Mail

ABC, die Katze liegt im Schnee ... Bardo erinnerte sich, dass er in seiner Jugend diesen Reim gesungen hatte. Er sah dann die Katze da liegen, mit durchschnittener Kehle. Sie schüttelte sich und verspritzte ihr letztes Blut, röchelte sich zu Tode. Der Schnee
färbte sich rot...Es war der Wolf, den er sah und irrtümlich für die Katze hielt. Er selbst war
es, der da im Schnee lag und sich zu Tode röchelte ...e r war der Wolf geworden ...

... Bardo dachte, wie es wohl wäre, für immer ein Wolf zu werden, zu sein, in mondhellen Nächten herum zu pirschen, durch Feld und Flur, nur die Sterne über
Ihm, unter seinen Pfoten frischgefallener Schnee, und den Klängen der Nacht zu lauschen.
Es war Zeit für die Jagd, im Strome der Zeit, wie es immer sein würde, ja wie wäre es wohl ein Wolf zu sein, dachte sich Bardo....Er bemerkte, wie er allmählich unbeweglich wurde, wie ihm das Blut in den Adern stockte, seine Knochen steif und die Gelenke starr. Und dann war er plötzlich eingeschlafen...und als er aufwachte, war er der Wolf geworden. Ja, es war gut so.

"Im Auge des Wolfes" erscheint im Frühjahr 2010 im Löcker Verlag.

 

 
Textauszug aus "Krabbels grosse Reise" PDF Drucken E-Mail

.... sie fliegen auf den höchsten Baum. Bombini reckt sich. Er streckt sich. Er plustert sich auf. Dann brummt er die Losung mit schwirrendem Flügelschlag in alle vier Himmels-Richtungen. Ein Hummelraunen geht so durch das Land. Hummeln brummen Hummeln zu, ob sie nicht einen Birnbaum kennen, der in einem großen Kleefeld steht... Jedenfalls ist das die Erfindung des Hummeltelefons. Es funktioniert. Denn eines Tages sagt Bombini zu Krabbel: „Dein Zuhause liegt im Westen. Wir reisen gleich morgen los. Wir fliegen im Doppeldeckersystem, du auf meinem Rücken.
So legen wir im Tag sicher etliche Hummel-Kilometer zurück...

 
Textauszug aus dem Wien-Roman "... in dieser ungeheuren Wildheit ..." PDF Drucken E-Mail

... aber ich muss weg. Und da ist mir jedes Ziel recht. Ich habe genug vom Herumhängen am See und von der Vorstellung, irgendwann frustriert zu krepieren. Nein, ich will meine Träume nicht hier begraben, keinesfalls.
Und Wien? Ich stelle mir das alles sehr abenteuerlich vor und habe doch keinen blassen Schimmer, was ich dort in dieser fremden Stadt tun soll.
Gut. Wien. Ich hatte diesen Geschmack im Mund, eine erregende Vorstellung, dass etwas Altes zu Ende war und etwas Neues begann, wenn ich nur den Mut hatte, es zuzulassen.
An diesem Morgen erschuf ich mich neu und Wien gehörte dazu, scheinbar, so dachte ich jedenfalls damals....

Der Roman "...in dieser ungeheuren Wildheit ..." ist im Löcker Verlag erschienen.

 

 
Dieter Schrage zu G. G. Heidegger PDF Drucken E-Mail

Ich beobachte das malerische bzw. grafische Schaffen von GÜNTHER GEORGE HEIDEGGER seit einiger Zeit und schätze seine collagierten Öl-/gemischte-Technik-Arbeiten, die er konkrete Poesie nennt, sehr.

Vor allem sehe ich eine Qualität darin, wie GEORGE sich bildsprachlich mit dem mich aus meiner Biografie erklärbar sehr interessierenden Phänomen der Verletzung, VerWUNDung und Behinderung auseinandersetzt.

Dr. Dieter Schrage, 15.10.1993